1992 wurde die breite Öffentlichkeit
erstmals darauf aufmerksam, dass es im
Word Wide Web eine Virenproblematik gibt. Zu
diesem Zeitpunkt gab es bereits ca. 2000
Viren, die den Internetnutzern damals das
Leben schwer machten. Für Aufsehen sorgte in
diesem Jahr ein Virus namens Michelangelo.
Inzwischen schwirren unzählige Viren durch
das World Wide Web.
Virtuelle Schädlinge und Schutzmaßnahmen
Viele Internetnutzer denken immer noch, dass
ihnen wenn sie im World Wide Web unterwegs
sind, nichts passieren kann. Es lauern dort
jedoch vielfältige Gefahren. Einer davon ist
der Computervirus.
Ein Computervirus ist ein sich selbst
vermehrendes Computerprogramm. Ein
Computervirus schleust in andere
Computerprogramme ein und reproduziert sich.
Um die eingebaute Schadfunktion auszuführen,
benötigt der Computervirus, wie sein
biologisches Vorbild einen Wirt, den PC. Ein
Computervirus vermehrt sich in der Regel
unkontrolliert. Der Computervirus kann,
durch die vom Virenautor eingebaute
Schadfunktion, den PC, oder seine Programme
auf verschiedene Art und Weise
beeinträchtigen. Das was der Computervirus
anrichten kann, reicht von harmlosen
Störungen, die kaum wahrgenommen werden, bis
hin zum Datenverlust.
Eine 100%ige Sicherheit gegen Viren gibt es
zwar nicht, aber man kann doch gegen
derartige Angriffe von außen etwas tun. Mit
einem Virenschutz kann man aber auch als
Privatnutzer eine vernünftige Absicherung
vornehmen. Tests haben gezeigt, dass es
nicht ein superteures Antivirenprogramm sein
muss, so wie es von Firmen für deren
Servernetzwerke genutzt wird, um seinen
privaten PC vor unerwünschten Zugriffen zu
schützen. Auf jeden Fall sollte ein
Virenscanner zur minimalen Ausstattung
gehören.
Antivirenprogramm (Virenscanner)
Ein Antivirenprogramm ist eine Software. Sie
ist in der Lage Computerviren, aber auch
Computerwürmer und Trojanische Pferde
aufzuspüren. Die Antivirensoftware kann
diese blockieren und gegebenenfalls
beseitigen.
Ein Antivirenprogramm arbeitet in der Regel
auf eine der folgenden Arten:
Echtzeitscanner
Als Echtzeitscanner (englisch: On-Access
Scanner genannt, oder Zugriffsscanner, bzw.
residente Scanner, ist im Hintergrund als
Systemdienst, bzw. als so genannter Daemon
aktiv. Er scannt alle Dateien, Programme,
sowie den Arbeitsspeicher und eventuell auch
den HTTP- wie den FTP-Verkehr. Ein so
genannter Filtertreiber wird dabei vom
Antivirenprogramm installiert. Dabei wird
eine Schnittstelle zwischen dem
Echtzeitscanner und dem Dateisystem
bereitgestellt. Generell wird bei diesem so
genannten Echtzeitschutz zwischen zwei
Strategien unterschieden: Scannen beim
Öffnen von Dateien (Lesevorgang) und Scannen
beim Erstellen / Ändern von Dateien
(Schreibvorgang).
Bei einigen dieser Virenscannern lässt sich
diese Strategie einstellen, bei anderen ist
sie dagegen im Programm unveränderlich
konfiguriert. Viele Nutzer bevorzugen, da
Schreibvorgänge seltener vorkommen, als
Lesevorgänge diese Einstellung.
Jedoch bietet der alleinige Einsatz eines
On-Access Virenscanners keinen wirklich
vollständigen Schutz. Eine virtuelle Datei
beispielsweise kann wenn sie durch den
Benutzer ausgeführt wird, auf den Computer
gelangen und ungehindert das ganze System
infizieren.
Damit die Belastung für den Echtzeitscanner
nicht zu groß wird, werden in der Regel nur
einige Dateiformate und Archive nur
teilweise gescannt. Findet der
Echtzeitscanner etwas Verdächtiges, meldet
er es und fragt den Nutzer nach der weiteren
Vorgehensweise.
Trotz eines Echtzeitschutzes sollte man
daher in regelmäßigen Abständen einen
manuellen Scan durchführen.
Manueller Scanner
Der Manuelle Scanner (englisch: On-Demand
Scanner) wird auch Dateiscanner genannt.
Dieser muss vom Nutzer mit der Hand
gestartet werden. Findet der Manuelle
Scanner etwas Verdächtiges, meldet er es und
fragt den Nutzer nach der weiteren
Vorgehensweise.
Ein Scan der Festplatte sollte regelmäßig
ausgeführt werden. Viele Programme bieten
eine Funktion an, die darauf hinweisen, dass
der Rechner beispielsweise vor einer Woche
untersucht wurde und empfiehlt, oder
erinnert an den jetzt wieder notwendigen
Scan.
Dann gibt es noch den Online-Virenscanner.
Also Online-Virenscanner werden
Antivirusprogramme bezeichnet, die ihren
Programmcode und die Viren-Muster über ein
Netzwerk laden. Im Gegensatz zu den fest
installierten Virenscannern arbeiten diese
Scanner nur im On-Demand-Modus. Der Schutz
durch einen On-Access-Modus ist daher nicht
gewährleistet. Online-Virenscanner eignen
sich daher in Regel zwar zum Reinigen, nicht
aber zum präventiven Schutz eines Systems.
Eine besondere Gefahr von
Online-Virenscannern liegt darin, dass ein
bereits befallener Rechner über das Internet
ferngesteuert werden kann. Ein potenziell
befallenes System sollte man daher umgehend
vom Netz trennen und umgehend mit einem
Offline-Scanner durchsuchen.
Neben dem Echtzeit- und dem manuellen
Scanner und dem Online-Virenscanner gibt es
noch zahlreiche andere Scanner.
Proxy
Um sich vor dem Angriff von Viren aus dem
Netz zu schützen, gibt es aber auch noch
eine andere Lösung. Und zwar den Einsatz von
so genannter Proxysoftware, kurz Proxys.
Proxys erlauben auch das Anbinden von
Antivirensoftware. Die Funktionsweise ist
einfach: Lädt man eine Datei herunter, wird
diese Datei zunächst am Proxy untersucht und
geprüft. Wenn das Ergebnis positiv ist, wird
diese an den Nutzer ausgeliefert. Hat das
Proxy etwas gefunden, wird diese gesperrt.
Da Virenautoren gezielt bekannte Schwächen
bestehender Windows-Systeme ausnutzen,
sollte zu den Vorsorgemaßnahmen daher auch
gehören, dass man regelmäßig erscheinende
Sicherheits-Updates für Windows downloadet.
Auch die Antivirensoftware kann über die
Webportale der Hersteller stetig
aktualisiert werden. Diesen Service sollte
man unbedingt nutzen. Die Hersteller von
Antivirensoftware sind stets bemüht wenn
neue Viren, Trojaner oder Würmer in Umlauf
sind ihre Software schnellstmöglich
anzupassen und diese den Nutzern zur
Verfügung zu stellen.
Das meist verkaufte Antivirusprogramm ist
Norton-AntiVirus. Auch dieser ist als so
genannte zeitbegrenzte Testversion zum
Download erhältlich, wie fast alle anderen
sich auf dem Markt befindlichen
Antivirusprogramme auch. Jeder Nutzer kann
somit entscheiden, welche Antivirussoftware
zu ihm passt.