Die Firewall
BegriffserklärungFrei übersetzt
aus dem Englischen heißt Firewall Brandwand.
Es handelt sich bei einer Firewall um eine
digitale Schutzmauer. Sie läßt nur Daten
passieren, die als ungefährlich eingestuft
werden.
Eine Firewall schützt in erster Linie vor
Attacken aus dem Internet, wie gefährlichen
virtuellen Störenfrieden. Beispielsweise
Trojanern (Programme, die eine schädliche
Funktion beinhalten, können Benutzerdaten
eines Online-Dienstes auszuspähen), Viren
(ein sich selbst vermehrendes
Computerprogramm, es schleust sich in andere
Computerprogramme ein und reproduziert sich
damit) und Würmern (ein Computerprogramm,
das sich über Computernetzwerke verbreitet,
verbreiten sich zum Beispiel durch das
Versenden infizierter E-Mails).
Eine Firewall sitzt an den Schnittstellen
zwischen einzelnen Netzen, oder
Computersystemen.. Der Haupteinsatzgrund von
Firewalls besteht darin, den
Datenverkehr zwischen einem lokalen Computer
oder einem lokalen Netz und
dem Internet zu kontrollieren. Eine Firewall
besitzt zwei wesentliche Aufgaben. Zum einen
das Unterbinden von ungewolltem Datenverkehr
von externen Computersystemen zum
geschützten Bereich, und zum anderen das
Unterbinden von ungewolltem Datenverkehr vom
geschützten Bereich zu externen Systemen.
Funktion und Anwendung von Personal- bzw.
Hardware-Firewall
Es gibt verschiedene Firewall Typen. Man
unterscheidet zwischen einer
Personal-Firewall, die einzelne PCs und
Workstations sichert und Hardware Firewall.
Die Personal-Firewall ist als Software auf
den Systemen installiert. Sie wird daher
auch Software-Firewall genannt. Dann gibt es
noch die so genannte Hardware-Firewall (auch
Netzwerk-Firewall genannt). Diese schützt
Hardware, also das Netzwerk an sich.
Technisch gesehen ist die Unterscheidung in
Hard- und Software-Firewall unsinnig, denn
zu jeder Firewall gehört Software dazu, die
auf der Hardware installiert werden muss.
Personal-Firewalls sind eigentlich nicht
dafür gedacht den Datenverkehr zwischen
mehreren Netzen zu kontrollieren, sondern
dazu einen bestimmten Datenverkehr nicht in
den lokalen Rechner hinein zu lassen, oder
hinaus zu lassen. Eine weitere Bezeichnung
für Personal-Firewalls ist auch
Deskop-Firewall. Dieser Typ Firewall ist
lokal auf dem zu schützenden Rechner
installiert. Die Personal-Firewall erlaubt
es dem Nutzer unter anderem eine
anwendungsspezifische Filterung vorzunehmen.
Die Schutzwirkung von Personal Firewalls
gilt jedoch allgemein als umstritten. Beim
Kauf einer Personal-Firewall sollte man
darauf achten, daß sie folgende
Funktionalitäten erfüllt, nämlich das so
genannte Paketfilter und das so genannte
Sandboxing.
Der so genannte Paketfilter untersucht die
Software und alle Datenpakete darauf, mit
welchen Rechnern im Netz und mit welchen
Diensten auf diesen Rechnern kommuniziert
wird. Der Paketfilter ist der
Hauptbestandteil einer Personal-Firewall.
Die Sandbox ist unter anderem in der Lage
einzelne Programme zu sperren. Die Sandbox
schafft einen implementierten Schutzbereich,
in dem z. B. der Browser und damit auch alle Java-Applets u.s.w. kontrolliert zur
Ausführung gebracht werden können.
Personal-Firewalls werden in der Regel in
einem Netz zusätzlich zu einer zentralen
Firewall auf den Endgeräten installiert. Die
Installation einer Personal-Firewall reicht
in der Regel jedoch nicht für einen
kompletten Schutz aus.
Neben den beiden Funktionen Paketfilter und
Sandboxing bieten einige Personal-Firewalls
noch zusätzliche Funktionen an.
Beispielsweise Virenschutz, oder einfache
Intrusion Detection Systeme (IDS), oder
Contentfilter. Ausschlaggebend für die
Kaufentscheidung sollte aber mit sein, daß
die Personal-Firewall in der Lage ist
Kommunikationsbeziehungen zwischen den
einzelnen Anwendungen zu definieren.
Personal-Firewalls verfügen in der Regel
darüber hinaus über einen Lernmodus. Durch
Interaktion werden dabei die Regeln für
Paketfilter und Anwendungsfilter mit dem
Benutzer festgelegt.
Eine weitere wichtige Funktion einer
Personal-Firewall ist die Protokollierung
des Vorgehens des Paketfilters in einer
Datei. Man bezeichnet diese Datei als
Logfile. Der Logfile ermöglicht Fehler bei
der Netzkonfiguration zu erkennen. Mit
Personal-Firewalls werden derzeit weltweit
über 11 Millionen Rechner geschützt.
Hardware-Firewalls beruhen in der Regel auf
Standard-Betriebssystemen. Es gibt aber auch
Hardware-Firewalls, die mit einem speziell
dafür entwickeltem Betriebssystem
funktionieren. In diesem Fall ist das
Betriebssystem gleichzeitig auch die
Firewall-Software. Aber auch diese kann Bugs
und Sicherheitslücken enthalten.
Hardware-Firewalls werden in der Regel als
sicherer angesehen als Software-Firewalls.
Hardware-Firewalls werden insbesondere von
Firmen eingesetzt, die über einen
DSL-Anschluss verfügen. Sie sind meist
direkt in Routern und Modems integriert. Für
den Privatgebrauch gibt es abgespeckte
Versionen.
Wichtiger als die Unterscheidung in Hard-
oder Software-Firewall ist das zugrunde
liegende Betriebssystem. Es gibt jedoch auch
Hardware-Firewalls, welche mit einem
speziell dafür entwickeltem Betriebssystem
funktionieren. Hierbei ist das
Betriebssystem gleichzeitig auch die
Firewall-Software. Hardware-Firewalls gelten
in der Regel jedoch sicherer als
Software-Firewalls.
Sicherheit durch individuelle Einstellung
der Firewall
Wichtig für den Nutzer ist die Filterregeln
genau zu definieren. Für die maximale
Sicherheit sollten nur die unbedingt
notwendigen Zugriffe erlaubt sein.
Selbstverständlich ist es auch wichtig die
Einstellungen regelmäßig zu kontrollieren
und diese den sich eventuell ergebenden
Interessenverschiebungen anzupassen. Nicht
benötige Ports sollten gesperrt werden.
Im Jahre 1997 wurden in einer ersten so
genannten Firewallstudie verschiedene
Produkte hinsichtlich ihrer
Sicherheitseigenschaften durch das Bundesamt
für Sicherheit und Informationstechnik
(kurz: BSI) untersucht. Man kam dabei zu dem
Ergebnis, dass in den letzten Jahren sich
zum einen die Sicherheitsanforderungen
geändert haben, und zum anderen die
Anforderungen an den Datendurchsatz
erheblich gestiegen sind.
Das Bundesamt für Sicherheit und
Informationstechnik empfiehlt für die
Firewall den Einsatz eines Application
Gateways. Gegenüber den Paketfiltern ist
damit jedoch eine geringere Performance
verbunden. Aktuell wird durch Ernst & Young
eine Studie über die Eignung von Application
Gateways für die heutigen schnellen
Internetanbindungen durchgeführt. Gegenstand
der Studie ist die vergleichende Bewertung
ausgewählter Firewalls zur Absicherung einer
Internet-Anbindung. Es wurde untersucht,
welches der am Markt vorhandenen Produkte in
welchem Umfang die "Sicherheitsanforderungen
für Firewalls des Bundesamt für Sicherheit
und Informationstechnik erfüllt. |
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